DAVID GARRETT
AUTHENTISCHER GEIGENSTAR
Von ANJA KOSER
DAVID GARRETT gilt als einer der erfolgreichsten Klassik-Stars und wird gleichzeitig als „schönster Geiger der Welt“ gefeiert. Im Verlauf seiner Karriere ist er immer stylisher geworden, aber nicht unbedingt massentauglicher. Seine zahlreichen Totenkopfringe könnten einige Fans zwar verschrecken, lassen ihn aber auch authentisch erscheinen. Mit seinen Interpretationen einiger berühmter Pop- und Rockhits, beispielsweise von Michael Jackson oder Nirvana, schafft er es auch ein jüngeres Publikum für klassische Musik zu begeistern. Garrett ist somit weder mit seinem Aussehen noch mit seiner Musik ein typischer Geigenstar. Auch der Verlauf seiner Karriere ist nicht unbedingt als typisch zu bezeichnen: Er bekommt bereits im zarten Alter von vier Jahren seine erste Violine und steht schon mit 14 Jahren bei der „Deutschen Grammophon“ als Exklusivkünstler unter Vertrag. YEHUDI MENUHIN, einer der erfolgreichsten Geigenvirtuosen des 20. Jahrhunderts, bezeichnet ihn als „größten Violinisten seiner Generation“.
WIE ER WURDE, WAS ER IST:
DAVID GARRETT wird am 4. September 1980 in Aachen als Sohn eines deutschen Juristen und einer US-amerikanischen Primaballerina geboren. Eigentlich heißt er David Bongartz, verwendet aber als Künstlernamen den Geburtsnamen seiner Mutter. Seinen ersten Unterricht bekommt er bereits als Kind von seinem Vater, der nebenberuflich als Geigenlehrer arbeitet. Danach wird David von mehreren namhaften Violinisten unterrichtet, bevor er 2001 an der renommierten „Julliard School of Music“ in New York unter anderem die Meisterklasse von ISAAC STERN, einem der bedeutendsten Violinisten des 20. Jahrhunderts, besucht. Trotzdem erlebt seine Karriere, die von seinen Eltern gemanagt wird, einen Bruch, als GARRETT realisiert, dass er selbst nie Einfluss auf seine Berufsausübung hatte nehmen können. Er sagt selbst: „Mir wurde immer alles diktiert: Was ich spielen sollte, wo ich auftreten sollte, was ich in Interviews sagen und nicht sagen sollte.“ Als sein eigener Chef beginnt er, sich wieder als Künstler zu etablieren. Er spielt auf zwei wertvollen Violinen aus dem 18. Jahrhundert: einer Violine von GIOVANNI BATTISTA GUADAGNINI von 1772 und auf einer weiteren von ANTONIO STRADIVARI von 1718, die mit 4,5 Millionen Euro versichert ist. Den Durchbruch in Deutschland schafft er mit dem Berliner Konzertveranstalter DEAG, der stark auf den Event-Charakter klassischer Konzerte setzt. Von 2008 bis 2010 ist er im Guinness-Buch der Rekorde als schnellster Geiger der Welt geführt, bevor er von BEN LEE abgelöst wird. 2010 gewinnt einer der angesagten Geiger Deutschlands den Klassik-Echo für seinen Spitzenplatz im CD-Verkauf als „Bestseller des Jahres“ (stars-forever.com)
Datum: 24.03.2010
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